Seit vier Jahren ist ihre farbenfrohe Küche fest in unseren Köpfen verankert. Seit vier Jahren führen uns ihre Farbenspiele durch einen schier endlosen Wirbel aus farbenfrohen Inspirationen. Vier Jahre – genug Zeit, um ihre Familie zu verdoppeln und mehr Raum für ihre kreative Spielwiese zu brauchen. Elise Chalmin hat das rechte Ufer gegen das linke getauscht, Eigentum gegen Miete und ihre Vision eines farbenfrohen Zuhauses gegen eine etwas zurückhaltendere Version. „Ich wollte eine Wohnung für Erwachsene!“ 130 m², die sie mit eigenen Händen renoviert hat und in denen sich all das wiederfindet, was sie begeistert – mit einer reiferen Note. Kommen Sie mit auf die Home Tour!
Die einen arrangieren sich mit dem, was bereits da ist – etwa mit einem XXL-Teppich, um ein schwarzes Parkett zu kaschieren, das unter den Spuren der Zeit gelitten hat. Elise hingegen wartete nicht einmal, bis die Tinte auf dem Mietvertrag getrocknet war, bevor sie sich eine Schleifmaschine auslieh. „Wir hatten zehn Tage zwischen der Wohnungsübergabe und dem Einzug, um daraus einen Ort zu machen, an dem wir uns zu Hause fühlen.“ Zehn intensive Tage, in denen die Designerin ihrer Kreativität freien Lauf ließ, um ihr neues Zuhause zu personalisieren und aus dieser leeren Leinwand ein farbenfrohes Schmuckstück zu machen.
Klein Blau, sattes Bronze, leuchtendes Orange,… Die 65 m² große Wohnung von Elise zeichnete sich durch ihre kräftigen Farben aus. Mit der Verdoppelung der Wohnfläche wurde die Sache allerdings etwas komplizierter. „Ich wollte nicht, dass es zu bunt wirkt.“ Die Lösung lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Farbpalette. Fünf aufeinander abgestimmte Farbtöne, aus denen sie schöpfte, um ihre Wände zu gestalten. „Ausgangspunkt war Amandier grisé, von dem ich seit Jahren begeistert bin. Dazu kamen Olive, Tabak, Rosa und Lin, ergänzt durch natürliche Holztöne.“
Sobald die Farbtöne feststanden, hat das Licht den Rest übernommen. Im fensterlosen Eingangsbereich wirkt Amandier gräulich, während der Ton im zum Wohnzimmer hin offenen Schlafzimmer von Léonard pastellig erscheint… und die olivgrünen Wände im Wohnzimmer wiederum die Bettwäsche des kleinen Jungen aufgreifen. Noch dabei? „Wenn man die Farbpalette bis hin zu den Accessoires konsequent beibehält, entsteht in der gesamten Wohnung ein harmonisches Gesamtbild.“
Auf der anderen Seite des Wohnbereichs scheint das Zimmer ihres kleinen Bruders mit einem gestreiften Muster von Maison Janette darauf zu antworten. „Tapete ist ideal für eine Mietwohnung. Man bringt sie in einem halben Tag an und verändert den Raum damit komplett.“ Im Wohnzimmer griff Elise dieses Gestaltungselement wieder auf und setzte eine Bordüre ein, um den farbig gestrichenen Sockelbereich optisch abzugrenzen.
Die Tapete im Schlafzimmer wirkt besonders präsent und ist tatsächlich eine Variation eines für eine ihrer Kollektionen entworfenen Musters. Elise hat den Maßstab und die Farben des Motivs angepasst und es anschließend bei einer Pariser Druckerei drucken lassen. „Ich wollte eine Hotelatmosphäre schaffen, mit einem markanten Kopfteil und viel Stauraum.“ Ausgangspunkt für die Gestaltung des Raumes war der Walnuss-Kleiderschrank, der mit den von Pauline Borgia für Plum Living entworfenen Griffen veredelt ist. An ihm orientierte Elise die Farbtöne der Tapete.
Weiße Fronten, Metrofliesen und eine großzügige Küchenzeile. Auf dem Papier hatte die Küche dieser Mietwohnung alles, was man sich wünschen konnte. Wären da nicht die Spuren der Zeit gewesen, die die Arbeitsplatte und die weiße Decke ordentlich in Mitleidenschaft gezogen hatten. Nach zwei Anstrichen nahm Elise sich all das vor, was sie mit kleinem Budget verändern konnte, um diesen wenigen Quadratmetern einen neuen Look zu verleihen. Das angeschlagene Spülbecken musste weichen. In die neue Arbeitsplatte in Holzoptik integriert, sorgen das schwarze Becken und die passende Armatur für frischen Wind. Die Elips-Griffe und der nun hinter Fronten in Natureiche eingebaute Kühlschrank verleihen der Küche zudem eine natürliche Note, die das Gesamtbild harmonisch abrundet.