Sie gehört zu den Menschen, die alles, was sie berühren, in etwas Magisches verwandeln. Ein Hauch von Bossa Nova genügt, und sie kreiert daraus ein inspiriertes Meisterwerk. Worte und Prüfungen – ein Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ein Gespür für Einfluss? Kein Wunder, dass sie heute ihre eigene Agentur leitet und Marken begleitet. Dass Margaux de Fouchier nun eine Wohnung aus den 70er-Jahren verwandelt hat, die bisher nur die Qualitäten eines modernen Bauwerks besaß, überrascht daher kaum. Ein sorgfältig zusammengestelltes Moodboard – Hand in Hand mit ihrem Partner Nicolas –, die fachkundige Unterstützung ihrer Schwester, die Architektin ist, und ein paar Liter Farbe reichten, um ihre Vision in ein behagliches Refugium zu verwandeln, in dem die rohen Materialien den Designerstücken den perfekten Rahmen bieten. Ein leuchtendes Beispiel dafür, dass ein Interieur zugleich minimalistisch und voller Persönlichkeit sein kann. Zur Home tour
Fünf Meter lang und etwas mehr als einen Meter hoch: Bei Margaux wird das Herzstück des Raumes… schon vom Fenster aus sichtbar. Hoch über Ménilmontant öffnet sich ihre 70 m² große Wohnung zu den Dächern von Paris. Eine harmonische Mischung aus Blau- und Schiefergrautönen hat sie in ihr Interieur geholt, indem sie mit einem XXL-Spiegel über der Bank spielte. „Das Bücherregal war schon da, aber es erstreckte sich über die ganze Wand. Wir haben es aufgebrochen!“ Die Struktur selbst wurde bis zur Decke verlängert, um ein Gefühl von Höhe zu erzeugen, bevor sie lackiert wurde.
Holz auf dem Boden und in Akzenten, Zementboden in Küche und Bad sowie eine Palette natürlicher Farbtöne… Minimalistisch und klar strukturiert setzte das Moodboard, das Margaux und Nicolas zusammengestellt haben, die Materialien in den Vordergrund. Die Innenarchitektin Pascale de Fouchier hat dies in markante, sichtbare Strukturelemente übersetzt, die die organische Wirkung verstärken – so etwa die Türen, die zu Bögen wurden und sich in einer durchgehenden Abfolge durch die gesamte Wohnung ziehen.
Wenn die Türen den roten Faden bilden, entsteht der Eindruck von Harmonie auch durch die vom Paar gewählten Farben, die in jedem Raum all-over eingesetzt wurden. Vom Wohnzimmer über die Schlafzimmer bis zum Flur wurde unser Ivoire von Wand bis Decke aufgetragen. „Wir wollten kein Weiß, aber auch keinen Farbton, der dominiert. Es ist sehr einhüllend und warm und dabei unglaublich hell!“
Eine fast weiße Seite – die perfekte Bühne für die sorgfältig zusammengetragenen Designstücke des Paares. Während Margaux die Kunst des Mix-and-Match perfekt beherrscht, indem sie ein Ikea-Servierwagen zwischen einem Couchtisch von Ettore Sottsass und den Roly-Poly-Sesseln platziert, kennt sie keine Kompromisse: „Nie etwas Falsches, und Nico ist noch strenger als ich!“
Wie eine Schachtel in der Schachtel erstreckt sich die Küche in Lin von Boden bis Decke – Fronten eingeschlossen. Selbst die Arbeitsplatte folgt dem Ton-in-Ton-Prinzip. „So können wir mit kräftigeren Farbakzenten spielen, zum Beispiel bei den Wandleuchten oder Bildern.“ Eine Gestaltungsentscheidung, die dem Paar erlaubte, mit grafischen Trennelementen Rhythmus ins Gesamtbild zu bringen.
Auch hier machte Pascale de Fouchiers Auge den Unterschied. Technische Elemente verschwinden vollständig aus dem Blickfeld: Der unschöne Warmwasserbereiter wurde hinter einem zugeschnittenen Korpus verborgen und anschließend mit Plum-Living-Fronten verkleidet. Die Bank hingegen wurde alltagsgerecht konzipiert – hängend und nicht auf Korpussen montiert, sodass man die Beine mühelos unterklappen kann. „Und ein bisschen Krimskrams darin verstecken!“
„Ich träumte von einer Schiffskabine!“ Mit den für den Außenbereich entworfenen Wandleuchten und ihrem kompakten Volumen greift das Badezimmer die Stilcodes auf, die der jungen Frau am Herzen liegen. Auf der einen Seite hat Pascale einen Waschtischunterschrank entworfen, der aus in eine Gipskartonstruktur integrierten Ikea-Korpussen besteht und mit Zementboden überzogen ist. Auf der anderen Seite sind die raumhohen Stauraummöbel in Honig Eiche durch eine Nische aufgelockert, in die der Wickeltisch von Théodore, 1 Jahr, hineingeschoben werden kann.
Man wechselt kein erfolgreiches Team! Wie eine konzentrierte Essenz dessen, was die Wohnung so stark macht, übernimmt das Schlafzimmer von Margaux & Nicolas all diese Elemente – inklusive der malerischen Aussicht. Zahlreich, aber nie erdrückend, agieren die Kleiderschränke wie Chamäleons und fügen sich harmonisch in die Ivoire-Wände und die Decke ein. So erhalten die Details die Hauptrolle, niemals nur eine Nebenrolle: hier Edelstahlgriffe, jeweils paarweise kombiniert, um den Fronten eine besondere Note zu verleihen, dort ein Kopfteil aus Edge-Türen in Honig Eiche, einfach auf ein MDF-Panel geklebt, hinter dem die Steckdosen verborgen sind. Jedes Detail erzählt seine eigene Geschichte.