Zwölf Enkelkinder und fast ebenso viele Hühner, eine Garderobe voller Gummistiefel von Größe 19 bis 45 und der Duft frischer Cookies, der zu jeder Tageszeit aus dem Ofen strömt… Es fällt schwer, sich ein lebendigeres Familienzuhause vorzustellen als das Pré Rainette! Mitten in der Natur haben Anne-Marie und Christophe des Gastines ein Refugium für ihre Großfamilie geschaffen – maßgeschneidert, um ihr feines Gespür für Design mit der sprühenden Kreativität ihrer Kinder zu vereinen, den Köpfen hinter Gabrielle Paris, Balzac Paris und Link Studio. Ein nach außen offenes Holzhaus, das natürlichen Materialien und mutigen architektonischen Akzenten eine Bühne gibt. Hereinspaziert!
Hier nahm das Projekt „Pré Rainette“ seinen Anfang: Anthrazitfarbene Wände und ein Kleiderschrank in Walnuss, veredelt durch Griffe aus der Feder von Pauline Borgia – diese behagliche Eingangsgarderobe gab den Ton für das gesamte Haus an. „Ich wollte eine Inspiration aufgreifen, die mir nicht mehr aus dem Kopf ging; unsere Gegebenheiten vor Ort haben den Rest erledigt.“ Eingebettet zwischen zwei Wänden reichen die Schränke bis unter die Decke. Ihnen gegenüber steht eine Bank aus Metod-Korpusselementen, in der die Gummistiefel der ganzen Familie Platz finden. Dank der reinen Holzbauweise in nur knapp sechs Monaten errichtet, waren die 175 m² auf einer Ebene für Anne-Marie – bereits bestens vertraut mit Renovierungsprojekten – eine wunderbar kreative Spielwiese. „Ich habe mich auf meine bewährten Klassiker besonnen und sie auf die umliegende Landschaft sowie unseren Stauraumbedarf abgestimmt.“
Auf der einen Seite eine Fensterfront im XXL-Format, die sich über die gesamte Südfassade erstreckt. Auf der anderen ein Wohnbereich, strukturiert durch den Kamin, der Küche und Wohnzimmer voneinander trennt, ohne sich allein auf diese Funktion zu beschränken. „Ich mag eigentlich keine Hochschränke; mir war wichtig, dass sie sich so dezent wie möglich in den Raum einfügen.“ Ein voller Erfolg: Wer würde ahnen, dass sich direkt neben Anne-Maries Geschirrsammlung ein Kühlschrank verbirgt? Verkleidet mit Deckseiten in Walnuss Natur, brechen die offenen Nischen die Fronten gekonnt auf und lenken den Blick auf Schönes – ein Effekt, der durch die Milchglastür zur Speisekammer noch zusätzlich betont wird.
"Diese Speisekammer ist meine Geheimwaffe: Hier verschwindet alles, was ich nicht auf der Arbeitsfläche sehen möchte, damit sie makellos bleibt… zumindest, wenn wir nur zu zweit sind. Sobald die Enkelkinder da sind, drücke ich beide Augen zu!“ Von einem Steinmetz aus der Region gefertigt, bringt die Granitarbeitsplatte den warmen Ton der Walnuss perfekt zur Geltung. Anne-Marie hat sie an der Wand als Spritzschutz fortgeführt, elegant akzentuiert durch ein schwebendes Regal, das dem Raum eine zusätzliche dekorative Note verleiht. An der Kücheninsel ragt die Platte einige Zentimeter hervor, sodass drei Barhocker ganz bequem darunter Platz finden. Ihre markante Stärke verleiht dem gesamten Ensemble dabei einen wunderbar geerdeten Charakter.
Man nehme dieselben Zutaten… und fängt von vorn an! Anne-Marie hat das Haus als harmonisches Ganzes gedacht, und das Wohnzimmer bildet da keine Ausnahme. Die Fliesen in Travertin-Optik setzen sich hier nahtlos fort – genau wie die Wände und Decken in gebrochenem Weiß, die das einfallende Licht der großen Fensterfronten sanft ausbalancieren. Walnuss Natur zeigt sich hier in einer maßgeschneiderten Bibliothek: Unten bilden Metod-Korpusse die Basis, während vor Ort zugeschnittene Deckseiten ein luftiges Spiel offener Regalböden schaffen. Akzente aus Edelstahl sorgen für einen betont zeitgenössischen Twist – perfekt abgestimmt auf die Sessel von Gabrielle Paris, entworfen von Anne-Maries Tochter Julie.
Man hätte fast vermuten können, dass der Schlafbereich ein eigenes Refugium für die Kinder bereithält. „Von wegen, die quartieren sich alle bei uns ein!“ Perfekt darauf abgestimmt, die kleinen Schlafgäste willkommen zu heißen, dreht sich die Mastersuite um eine Verglasung im Industrie-Stil, die das Tageslicht sanft fließen lässt und gleichzeitig das Badezimmer abtrennt. Auf der einen Seite verbirgt eine Sitzbank gestapelte Matratzen, die pünktlich zum Zubettgehen zum Vorschein kommen. Auf der anderen Seite fügt sich die Badewanne harmonisch in ein Ensemble aus Kleiderschränken in Beige 04 - Lin und einem passenden Waschtischunterschrank ein – beides akzentuiert durch Eichengriffe, ebenfalls ein Entwurf von Pauline Borgia. Eine grafische, puristische Formensprache, die sich wie ein roter Faden durch die weiteren Schlafzimmer des Hauses zieht.